Die ikonischen französischen Rennradmarken: Geschichte, Erfolge und legendäre Modelle

Frankreich ist nicht nur das Mutterland der Tour de France, sondern auch die Heimat einiger der legendärsten Rennradmarken. Hersteller wie Peugeot, Mercier, Gitane, Motobécane und Vitus prägten die Rennradszene und dominierten internationale Rennen über Jahrzehnte hinweg.

In diesem Beitrag werfen wir einen detaillierten Blick auf die Gründungsgeschichte, die Herkunft, die berühmtesten Modelle, die größten Rennerfolge und die legendären Fahrer, die mit diesen Marken Geschichte schrieben.


 

 

 


1. Peugeot – Die erfolgreichste französische Rennradmarke

  • Gründung: 1882

  • Herkunft: Valentigney, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: PX-10, PY-10, PY-10 CP, PR-10

  • Berühmte Fahrer: Bernard Thévenet, Tom Simpson, Eddy Merckx (frühe Jahre), Robert Millar

  • Teams: Peugeot-Michelin, Peugeot-Esso, Peugeot-Shell-Michelin

Rennerfolge

Peugeot war eines der erfolgreichsten Teams der Radsportgeschichte:

  • 10 Siege bei der Tour de France (1905–1977)

  • Tour-de-France-Sieg 1975 & 1977 durch Bernard Thévenet

  • Mehrere Klassiker-Siege, darunter Paris-Roubaix & Lüttich-Bastogne-Lüttich

Legendäre Modelle

  • PX-10: Kult-Rennrad der 1960er & 70er Jahre

  • PY-10 CP: Rad, mit dem Bernard Thévenet 1977 die Tour gewann

  • PY-10 FC: Eines der ersten Carbon-Alu-Hybride


2. Mercier – Die Marke von Raymond Poulidor

  • Gründung: 1919

  • Herkunft: Saint-Étienne, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Mercier Service des Courses, Mercier Tour de France

  • Berühmte Fahrer: Raymond Poulidor, Joop Zoetemelk

  • Teams: Mercier-Hutchinson, Fagor-Mercier

Rennerfolge

  • Raymond Poulidor – Mehrfacher Zweiter der Tour de France

  • Joop Zoetemelk – Weltmeister 1985 auf Mercier

  • Siege bei Klassikern wie Paris-Nizza und der Vuelta a España

Legendäre Modelle

  • Mercier Service des Courses: Hochwertiges Rennmodell

  • Mercier Tour de France: Speziell für Wettkämpfe entwickelt


3. Gitane – Die Marke der Tour-Sieger

  • Gründung: 1925

  • Herkunft: Machecoul, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Tour de France, Super Corsa, Olympic

  • Berühmte Fahrer: Bernard Hinault, Laurent Fignon, Greg LeMond

  • Teams: Renault-Gitane-Elf, System U, Castorama

Rennerfolge

  • 5x Tour de France mit Bernard Hinault (1978, 1979, 1981, 1982, 1985)

  • Laurent Fignon – Tour-Sieger 1983 & 1984 auf Gitane

  • Greg LeMond – Erster amerikanischer Tour-Sieger auf Gitane

Legendäre Modelle

  • Gitane Tour de France: Erfolgreiches Wettkampfmodell

  • Gitane Super Corsa: Perfekt für Bergetappen


4. Motobécane – Innovation & Performance

  • Gründung: 1923

  • Herkunft: Pantin, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Grand Record, Profil 2

  • Berühmte Fahrer: Luis Ocaña, Roger Pingeon

  • Teams: Team Bic

Rennerfolge

  • Tour-de-France-Sieg 1973 durch Luis Ocaña

  • Motobécane Profil 2: Eines der ersten Aero-Rennräder

Legendäre Modelle

  • Motobécane Grand Record: Hochwertiger Reynolds 531-Stahlrahmen

  • Motobécane Profil 2: Frühzeitiges Aero-Konzept


5. MBK – Nachfolger von Motobécane

  • Gründung: 1984

  • Herkunft: Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: MBK Mirage, MBK Professional

  • Teams: Mehrere französische Profiteams

Legendäre Modelle

  • MBK Mirage: Hochleistungs-Rennrad


6. Lapierre – Vom Familienbetrieb zur Profimarke

  • Gründung: 1946

  • Herkunft: Dijon, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Lapierre Competition, Xelius SL

  • Berühmte Fahrer: Thibaut Pinot, Groupama-FDJ-Team

Rennerfolge

  • Tour-de-France-Etappensiege durch Thibaut Pinot

  • Sponsor von Groupama-FDJ

Legendäre Modelle

  • Lapierre Xelius SL: Modernes Tour-Rennrad


7. Vitus – Die Aluminium-Pioniere

  • Gründung: 1970er Jahre

  • Herkunft: Saint-Étienne, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Vitus 979, Plus Carbone

  • Berühmte Fahrer: Sean Kelly

  • Teams: Kas-Team

Rennerfolge

  • Mehrfache Paris-Nizza-Siege durch Sean Kelly

Legendäre Modelle

  • Vitus 979: Ultraleichtes Aluminium-Rennrad


8. Bertin – Handwerkskunst aus Frankreich

  • Gründung: 1950er Jahre

  • Herkunft: Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Bertin C-37


9. Time – Die Carbon-Pioniere

  • Gründung: 1987

  • Herkunft: Nevers, Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Time VXRS

  • Berühmte Fahrer: Tom Boonen, Paolo Bettini

Rennerfolge

  • Siege bei der Weltmeisterschaft und Paris-Roubaix

Legendäre Modelle

  • Time VXRS: Tour-Sieger-Bike


10. René Herse – Maßgeschneiderte Perfektion

  • Gründung: 1940er Jahre

  • Herkunft: Frankreich

  • Spezialist für Randonneurs

Rennerfolge

  • Paris-Brest-Paris-Siege auf René Herse-Rädern


11. Louison Bobet – Die Marke eines Champions

  • Gründung: 1950er Jahre

  • Herkunft: Frankreich

  • Erfolgreichste Modelle: Super Luxe

Rennerfolge

  • Benannt nach Louison Bobet, 3-facher Tour-de-France-Sieger


12. Raphaël Géminiani – Die Marke eines legendären Fahrers

  • Gegründet: Ende der 1960er Jahre in Frankreich

  • Gründer: Raphaël Géminiani , ehemaliger Radprofi und Teammanager

  • Bekannt für: Hochwertige Rennräder mit starker Bindung zum Profiradsport

Top Modelle

  • Géminiani Reynolds 531 – Ein hochwertiges Rennrad mit Stahlrahmen, oft ausgestattet mit Stronglight-, Simplex- oder Mavic- Komponenten.

  • Géminiani Super Luxe – Ein Spitzenmodell mit raffinierten Details und einer Ausstattung, die es mit den besten internationalen Rennrädern aufnehmen könnte.


Warum sind diese Fahrräder auch heute noch so wertvoll?

  • Historische Erfolge und legendäre Fahrer – Diese Marken haben die Radsportgeschichte geprägt.

  • Einzigartiges Design und hochwertige Materialien – Handgefertigte Stahl-, Aluminium- und Carbonrahmen aus dem goldenen Zeitalter des Radsports.

  • Steigende Sammelwürdigkeit und Wert – Viele dieser Fahrräder sind heute seltene Sammlerstücke.

Diese französischen Vintage-Rennräder sind nicht nur nostalgische Relikte – sie sind lebendige Stücke der Radsportgeschichte, die von Sammlern und Fahrern auf der ganzen Welt gefeiert werden.

 

 

Simplex Schaltwerk

 

 

Legendäre französische Komponentenhersteller: Mafac, Spidel, Stronglight, Simplex, Huret, Mavic, Atom und Maillard

Frankreich war nicht nur die Heimat ikonischer Rennradmarken wie Peugeot, Gitane und Motobécane, sondern auch führend in der Herstellung hochwertiger Fahrradkomponenten. Unternehmen wie Mafac, Spidel, Stronglight, Simplex, Huret, Mavic, Atom und Maillard lieferten jahrzehntelang innovative Bauteile, die den Radsport prägten.

In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf die Geschichte, Spezialgebiete und legendären Produkte dieser französischen Komponentenhersteller.


1. Mafac – Die Bremsenspezialisten

  • Gründung: 1947 in Dijon, Frankreich

  • Bekannt für: Hochwertige Seitenzug- und Cantilever-Bremsen

Top-Produkte:

  • Mafac Racer: Die wohl berühmteste Mittelzugbremse, die auf vielen Tour-de-France-Rennrädern montiert war.

  • Mafac Competition: Eine Weiterentwicklung mit besserer Bremskraft.

  • Mafac 2000: Cantilever-Bremsen, beliebt bei Cyclocross-Fahrern.

Mafac war in den 1950er bis 1970er Jahren der führende Bremsenhersteller für französische Rennräder. Marken wie Peugeot, Mercier und Gitane verbauten ihre Systeme.


2. Spidel – Die französische Komponenten-Allianz

  • Gründung: 1970er Jahre (Zusammenschluss mehrerer Hersteller, u.a. Simplex, Stronglight, Mafac und Maillard)

  • Bekannt für: Komplettgruppen für Rennräder als französische Alternative zu Campagnolo und Shimano

Top-Produkte:

  • Spidel 600 & 700 Gruppen: Hochwertige Rennrad-Komponentengruppen aus den 1980ern

  • Spidel Bremsen & Schaltungen: Oft unter eigenem Namen oder als Simplex- und Stronglight-Produkte verkauft

Spidel versuchte, französische Hersteller zu vereinen, konnte sich jedoch gegen Shimano und Campagnolo nicht langfristig behaupten.


3. Stronglight – Die Pioniere der Leichtbau-Kurbeln

  • Gründung: 1902 in Saint-Étienne, Frankreich

  • Bekannt für: Hochwertige Kurbelsätze aus Aluminium und später Carbon

Top-Produkte:

  • Stronglight 49D: Eine der ersten leichten Aluminium-Kurbeln, weit verbreitet in den 1950er und 60er Jahren

  • Stronglight 93: Konkurrenzprodukt zur Campagnolo Record-Kurbel

  • Stronglight Delta & Helion: Moderne Carbon- und Titan-Kurbeln

Stronglight-Kurbeln wurden auf vielen Tour-de-France-Rennrädern verwendet und von Spitzenfahrern wie Bernard Hinault gefahren.


4. Simplex – Der Schaltwerkspezialist

  • Gründung: 1928 in Dijon, Frankreich

  • Bekannt für: Hochwertige Umwerfer und Schaltwerke, Pionier in Kunststofftechnik

Top-Produkte:

  • Simplex Prestige: Eines der ersten Schaltwerke aus Kunststoff (Delrin), leicht und innovativ

  • Simplex SLJ 5500: Hochwertiges Schaltwerk aus Metall mit exzellenter Präzision

  • Simplex Super LJ: Luxusversion mit verbesserter Haltbarkeit

Simplex-Schaltungen wurden von vielen französischen Profi-Teams eingesetzt, konnten sich jedoch gegen Shimano und Campagnolo nicht dauerhaft durchsetzen.


5. Huret – Hochwertige Schaltwerke für Touren- und Rennräder

  • Gründung: 1920er Jahre in Romilly-sur-Seine, Frankreich

  • Bekannt für: Robuste und präzise Schaltwerke, besonders bei Tourenrädern beliebt

Top-Produkte:

  • Huret Jubilee: Eines der leichtesten Schaltwerke seiner Zeit

  • Huret Success: Konkurrenzprodukt zu Campagnolo und Shimano-Schaltungen

  • Huret Eco: Solides und erschwingliches Schaltwerk für Alltagsräder

Huret wurde in den 1980er Jahren von Sachs-Huret übernommen, bevor die Marke später in SRAM aufging.


6. Mavic – Vom Felgenhersteller zur High-Tech-Komplettgruppe

  • Gründung: 1889 in Lyon, Frankreich

  • Bekannt für: Hochwertige Felgen, Laufräder und innovative Komplettgruppen

Top-Produkte:

  • Mavic Open Pro: Eine der besten klassischen Aluminium-Felgen

  • Mavic Cosmic Carbone: Aerodynamische Carbon-Laufräder für Rennräder

  • Mavic Zap & Mektronic: Frühe elektronische Schaltsysteme

Mavic-Felgen waren jahrzehntelang die erste Wahl im Profi-Radsport, und Marken wie Peugeot, Gitane und Looksetzten auf ihre Technologie.


7. Atom – Spezialist für Freiläufe und Naben

  • Gründung: 1903 in Frankreich

  • Bekannt für: Hochwertige Schraubkranz-Freiläufe und Naben

Top-Produkte:

  • Atom 77 Freilauf: Weit verbreitet in den 1960er und 70er Jahren

  • Atom 440 Schnellspanner: Wurde von vielen Profi-Teams genutzt

Atom war einer der führenden Hersteller von Freiläufen, bevor die Marke in Maillard aufging.


8. Maillard – Naben und Freiläufe auf höchstem Niveau

  • Gründung: 1900er Jahre in Saint-Étienne, Frankreich

  • Bekannt für: Robuste Naben, Kassetten und Freiläufe

Top-Produkte:

  • Maillard Course Freilauf: Hochwertiger Schraubkranz für Rennräder

  • Maillard 700 Professional Naben: Konkurrenz zu Campagnolo Record-Naben

  • Maillard Helicomatic: Ein revolutionärer Schnellwechsel-Freilauf

Maillard wurde später von Sachs übernommen, bevor die Marke in SRAM integriert wurde.


Warum sind diese Marken heute noch begehrt?

Viele dieser französischen Komponentenhersteller sind heute nicht mehr aktiv, aber ihre Produkte genießen nach wie vor Kultstatus. Besonders unter Sammlern und Liebhabern von Vintage-Rennrädern sind sie aufgrund ihrer Qualität, Innovation und historischen Bedeutung gefragt.

Gründe für die anhaltende Beliebtheit:

✅ Hochwertige Verarbeitung – Viele dieser Teile sind langlebig und funktional.
✅ Historischer Wert – Sie wurden auf legendären Rennrädern und von Profi-Fahrern genutzt.
✅ Ästhetik & Design – Klassische französische Eleganz, oft mit einzigartigen Details.
✅ Seltenheit – Viele Modelle sind heute schwer zu finden und daher begehrte Sammlerstücke.

Ob Sammler, Restaurator oder Vintage-Radsportler – französische Komponenten sind ein wichtiger Teil der Radsportgeschichte und werden auch in Zukunft hochgeschätzt bleiben.